© Kassel Marketing GmbH | Fotograf Paavo Blåfield
Der europäische Kolonialismus kostete 70 der etwa 80 Mio. indigenen Menschen in Amerika das Leben. Im transatlantischen Sklavenhandel wurden 12 Mio. Menschen entwurzelt und zur Ware gemacht. Die Ausplünderung der Kolonien, ihrer Rohstoffe und Edelmetalle, nahm zwischen dem 16. und dem 20. Jahrhundert gigantische Ausmaße an. Die Herrschaft der Weißen über Andere wurde mit rassistischen Ideologien gerechtfertigt. Aber was hat das mit uns hier und heute in Kassel zu tun? Auch Kassel ist ein Ort, der intensiv in die Geschichte des deutschen Kolonialismus verstrickt ist. Die Initiative kassel postkolonial führt seit 2015 postkoloniale Stadtspaziergänge durch und lädt dazu ein, Kassel neu kennenzulernen. Ziel ist es, Verbindungen zwischen Kassels Rolle im historischen Kolonialismus und unserem Alltag heute zu ziehen und die Verwobenheit Kassels mit globalen gesellschaftlichen Entwicklungen zu betrachten. Das bedeutet, einen kritischen Blick auf Machtverhältnisse, Handelswege oder Architekturen zu werfen und dabei ganz bewusst sowohl deren Geschichte als auch deren Gegenwart ernst zu nehmen.
>> Die nächsten Stadtrundgänge werden am 7. Juli (17 Uhr) und am 14. Juli (17.30 Uhr) stattfinden. Sie dauern zwischen anderthalb und zwei Stunden. Treffpunkt ist der Halitplatz (Holländische Straße, vorm Friedhofseingang). www.uni-kassel.de