© Mario Strahl
Das Pop-Duo Busikid aus Kassel besteht aus Sascha Werner und Danny Van Dromme, zwei Musikern in ihren Dreißigern, die sich vor über einem Jahrzehnt auf einer Hochzeit musikalisch begegnet sind. Busikid steht für einen Mix aus Urban Pop, Soul, Hip-Hop, Reggae und Singer-SongwriterElementen. Ihre Songs klingen laut eigener Aussage „wie ein Sommer, der niemals endet“. Der Bandname ist eine Wortschöpfung aus „Business“ und „Kid“ – ein Hinweis darauf, dass kreative Energie aus kindlicher Neugier entsteht. Beim Debütalbum „Clrblnd“ präsentieren die beiden ihre Songs auf Englisch – es folgte das zweite Album „Entourage“ (April 2025) mit Songs auf Deutsch. Die Release-Party fand im Club Frau Tanz in Kassel statt. Dieses Jahr gab es Auftritte beim WILLOW Festival, beim Quartierfest im Vorderen Westen und dann kam der Hammer: Das Pop-Duo Busikid trat als Vorband von Culcha Candela beim Open Air an den Messehallen auf.
Ihr seid euch musikalisch auf einer Hochzeit begegnet. Erzählt ihr uns bitte etwas darüber?
Für die Hochzeit eines – wie sich herausstellte – gemeinsamen Bekannten waren zwei Bands gebucht. Das war der Moment, wo wir uns zum ersten Mal auf die Füße traten. Nachdem wir jeweils unseren Auftritt hingelegt hatten, kamen wir anschließend schnell ins Gespräch und haben uns mehr oder weniger die gesamte Feier über kennengelernt und über nichts anderes als Musik gesprochen. Der Vibe war da! Und so haben wir uns straight connected und damit angefangen, was wir am liebsten machen. Musik!
Eure Songs handeln von zwischenmenschlichen Beziehungen und Emotionen über Selbstreflexion und Identität bis hin zu Liebe und Hoffnung – aber ihr thematisiert auch Kummer und mentale Belastung. Wie entsteht ein Song?
Die Rollen in unserer Combo sind klar verteilt. Sascha ist für alle Instrumentale und Mixes und Danny für Gesang und Text zuständig. Wie unsere Songs dabei entstehen, ist immer unterschiedlich: Entweder bastelt Sascha bereits an einem Beat, der im besten Falle eine Emotion bei Danny auslöst, und findet in seinem Songbook einen passenden Text. Oder wir starten gemeinsam bei null und machen uns auf die Suche nach Sounds. Dabei verschwinden wir ganz gern und jeder für sich in seinem eigenen Tunnel. Sascha ist dann voll fokussiert und bastelt wie ein verrückter Wissenschaftler und Danny, meist auf dem Sofa halb liegend mit Handy, lässt die Sounds und die Anfänge des Beats auf sich wirken und schreibt, geleitet von seinen Emotionen, drauf los. Dabei kommt es schon mal vor, dass wir 1,5 bis 2 Stunden kein einziges Wort miteinander wechseln. Dann wird zusammengepackt, was zusammengehört, hier und da wird textlich noch verbessert oder gestrichen, Sounds werden moduliert, bis das Ergebnis bei uns beiden ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Was inspiriert euch?
Wir sind von allem Möglichen inspiriert: Was zwischen den Zeilen des Alltags passiert, von einem Satz, den jemand beiläufig erwähnt, vom Regen auf der Fensterscheibe oder der absoluten Stille der Nacht. Wir lassen uns sehr gern von Gefühlen leiten. Freude, Sehnsucht, Hoffnung oder Kummer. Alles, was uns bewegt, landet früher oder später in einem Song. Außerdem sind wir von der unterschiedlichsten Musik dieser Welt inspiriert. Diese Vielfalt in dieser Kunst gibt uns das Gefühl, dass Musik grenzenlos ist – wie andere Künstler ihre Gefühle in Klang betten, ist einfach super spannend zu beobachten.
© Demiro
Ihr seid als Vorband von Culcha Candela aufgetreten. Was bleibt unvergessen?
So ziemlich alles! Das war unser bisher größter Auftritt, den wir genießen durften. Die Dimension der Bühne, das Licht und der Sound waren mit nichts vergleichbar. Allein vor so einem großen Publikum zu spielen, die Leute zu sehen, wie sie auf unsere Songs reagierten, war wahnsinnig und super aufregend. Die Begegnungen und Smalltalks mit den Mitgliedern von Culcha Candela, sowas trägt man ewig mit sich. Außerdem war es spannend zu sehen, wie eine solch große Produktion im Hintergrund abläuft, wie viele Menschen da involviert waren, diese „neue“ Luft zu schnuppern, hat uns auf jeden Fall das Gefühl gegeben, einen Schritt weiter gekommen zu sein. Mit Blick zurück war der unvergesslichste Moment der Moment nach unserem Auftritt. Vollgepackt mit Endorphinen und dem Jubel des Publikums, gingen wir vollgeschwitzt von der großen Bühne und bekamen Props von Culcha Candela, die bereits an der Seite auf ihren Auftritt warteten. Diese Szenen und Gefühle, die bleiben für immer – egal, was danach noch kommt.
Habt ihr Vorbilder?
Wir hören natürlich viel Musik, darunter befinden sich Künstler*innen wie Cro, Schmyt, Nina Chuba, Majan oder Trettmann, aber wir würden nicht sagen, dass wir klare Vorbilder haben. Uns inspirieren eher das Gefühl und die Energie, die dabei entsteht. So nehmen wir die Eindrücke aus verschiedenen Richtungen mit und formen bewusst etwas Eigenes daraus. Denn letztlich geht es ja nicht darum, jemanden zu kopieren, sondern etwas Eigenes zu schaffen.
Was bedeutet Glück für euch?
Für uns ist Glück kein dauerhafter Zustand. Es sind eher die Momente und Augenblicke, die größer sind als man selbst. Wenn unterschiedlichste Menschen zusammenkommen, bei einem Konzert von uns, diese Menschen sich von unseren Songs angesprochen fühlen und bei ihnen etwas ausgelöst wird, sie von unseren Songs berührt sind, wir genau das machen können, was wir am meisten fühlen – nämlich Musik machen –, das ist wunderbares Glück.
Mit wem würdet ihr gern auf der Bühne stehen?
Wenn wir uns aussuchen könnten, mit wem wir einmal auf der Bühne stehen, dann wäre es ganz klar Seeed. Ihre Beats und ihre Einflüsse von Reggae und Hip-Hop haben uns definitiv geprägt. Was uns so fasziniert, ist ihre Energie und Bühnenpräsenz, zusammen mit dem Bläsersatz erzeugen sie sofort eine unglaubliche Power, die jedes Mal im Publikum zu spüren ist. Das wäre schon sehr nice, das ganze Spektakel mal so zu erleben.
Euer nächstes Projekt?
In Sachen nächster Projekte geht eine ganze Menge. Der Herbst steht ganz im Zeichen neuer Musik. Es wird einige Releases geben, auf die wir uns schon sehr freuen. Unser Sound hat sich in den letzten Monaten in eine spannende Richtung entwickelt und so viel sei schon verraten: Die neue Musik wird treibender sein und zusätzlich haben wir uns mit Unterstützung aus dem musikalischen Umfeld auch in das Hip-Hop-Genre gewagt.
Außerdem hat die Bewerbungsphase für das kommende Jahr für Festivals begonnen. Wir werden uns auf alle Fälle für einige davon bewerben, da wir übertrieben Bock haben, live zu spielen und mit den Leuten eine unvergessliche Zeit zu haben.
›› Insta: bUSIkID