© Ulf Schaumlöffel
In unserer Rubrik „3 Fragen an …“ stellen wir euch Menschen aus Kassel und Nordhessen vor, die durch ihr persönliches und berufliches Engagement, ihr Talent oder ihre Kreativität, ihr Leben und Wirken in Kassel und Nordhessen auffallen. Diesmal gingen unsere Fragen an Renate Matthei. Sie ist die prägende Persönlichkeit des Furore Verlags, den sie vor 40 Jahren gegründet hat. Der Furore Verlag steht heute für Qualität, editorische Sorgfalt und kulturpolitisches Engagement.
Was hat Sie 1986 dazu bewegt, mit dem Furore Verlag einen Verlag ausschließlich für Werke von Komponistinnen zu gründen?
Wenn wir heute Radio hören oder in ein Konzert gehen, hören wir leider immer noch nicht viele Werke von Komponistinnen. Gespielt wird im Grunde genommen immer das Gleiche. Mit dem Argument, das Publikum will ja gar nichts anderes hören. Aber vieles wird dem Publikum gar nicht angeboten. Auch im Unterricht in Schule und Universität spielen Werke von Komponistinnen keine Rolle. Damit sich das ändert und Werke von Komponistinnen dort Einzug finden. Deshalb!
Gibt es eine Wiederentdeckung einer Komponistin oder eines Werkes, die Ihnen in den vergangenen 40 Jahren besonders am Herzen lag?
Komponistinnen werden laufend entdeckt. In den 40 Jahren haben wir jetzt über 3.000 Werke veröffentlicht von ca. 270 Komponistinnen weltweit. Jedes neu entdeckte Werk erobert unsere Herzen und wir wünschen jedem Werk den erfolgreichen Einzug in die Konzertsäle. Fanny Hensel beispielsweise war eine der ersten Komponistinnen, deren Werke Furore verlegt hat und auch die erste, die sich international durchgesetzt hat. Fanny Hensels Oratorium wird am 1.11. in der Kreuzkirche aufgeführt.
Das Jubiläumsjahr steht ganz im Zeichen eines fulminanten Veranstaltungsreigens. Ab September geht es wieder los. Ihr Favorit?
Als erstes geht mein Dank an all die, die sich aktiv mit Konzerten beteiligen und allen Gelegenheit geben, dieses Jahr viele Werke von Komponistinnen zu hören. Dabei sind die kleinen Besetzungen genauso wichtig wie die Großen in der Kreuzkirche und in der Martinskirche. Spannend ist auf jeden Fall das Konzert in der Synagoge am 25.10.2026.
>> Alle Veranstaltungen findet ihr: www.furore-verlag.de.