In unserer Rubrik „3 Fragen an …“ stellen wir Menschen aus Kassel und Nordhessen vor, die durch ihr persönliches oder berufliches Engagement, ihr Talent oder ihre Kreativität das Leben in der Region mitgestalten. Diesmal gingen unsere Fragen an den Marketing-Strategieberater Norman Stoesser. Noch bis zum 12. April 2026 lädt er – gemeinsam mit dem internationalen Künstlerkollektiv Projektil – zu der immersiven Show GENESIS in die Karlskirche Kassel ein. Die Inszenierung erzählt die Entstehungsgeschichte der Welt – nicht belehrend, sondern als visuelle Reise in einem spektakulären 360°-Erlebnisraum aus Licht, Musik und Architektur.
Warum Kassel?
Kassel ist meine Heimat – und gleichzeitig eine Stadt mit enormem Potenzial. Bestehendes zu hinterfragen und neu zu denken kann eine Stadt enorm weiterbringen. Ein Beispiel ist Bad Wilhelmshöhe: Kassel gehört zu den wenigen großen Städten in Deutschland mit einem eigenen Kurbezirk – vergleichbar mit Wiesbaden, Aachen oder Baden-Baden. Trotzdem ist vielen kaum bewusst, welche Besonderheit hier eigentlich liegt. Genau solche Themen finde ich spannend: vorhandene Qualitäten sichtbarer zu machen und weiterzuentwickeln, damit daraus ein stärkeres Profil entstehen kann. Mit meinem Beratungsbüro normstories beschäftige ich mich genau damit. Es geht darum, das USP-Portfolio von Städten zu erweitern, neue Impulse zu setzen und an der Reputation eines Ortes zu arbeiten – mit Ideen und Projekten, die für Menschen wirklich erlebbar sind.
Warum ist GENESIS ein so besonderes Format?
GENESIS ist keine klassische Ausstellung, sondern ein immersives Erlebnis. Die Karlskirche wird selbst zur Bühne: Licht, Musik und Projektionen verwandeln den Raum in eine eindrucksvolle 360-Grad-Inszenierung der Schöpfungsgeschichte. Für mich ist GENESIS auch ein gutes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn man sich aktiv für einen Standort einsetzt. Ohne dieses Engagement wäre das Schweizer Künstlerkollektiv vermutlich nicht automatisch nach Kassel gekommen. Kassel steht international eben nicht immer sofort auf dem Radar. Genau deshalb ist es wichtig, solche Formate bewusst in die Stadt zu holen.
Was beschäftigt dich sonst noch im Jahr 2026?
Mit normstories arbeite ich daran, Städte, Projekte und Orte stärker sichtbar zu machen und neue Ideen anzustoßen. Dabei geht es mir nicht um abstrakte Konzepte, sondern um konkrete Projekte, die einen echten Mehrwert für eine Stadt schaffen und ihre Attraktivität erhöhen. Ich bin überzeugt: Städte müssen heute stärker als früher an ihrer Wahrnehmung arbeiten. Kassel hat unglaublich viel Potenzial – man muss es nur mutig erzählen, weiterdenken und manchmal auch ein Stück weit neu erfinden. Genau daran arbeite ich.