© Cem Gueltepe
Was bewegt Musik in uns und zwischen uns? Unter dem Motto „Was bewegt dich?“ laden die Kasseler Musiktage dazu ein, Musik als Bewegung zu erleben – körperlich, gedanklich, emotional und im Raum. In zehn Veranstaltungen in der documenta-Halle, der Weinkirche, der Alten Brüderkirche, der Martinskirche, im Schauspielhaus, der Aula der Heinrich-Schütz-Schule und in der UK14 treffen Alte Musik, Improvisation und zeitgenössische Klangwelten aufeinander. Internationale Künstler*innen und herausragende Ensembles eröffnen neue Perspektiven auf vertraute Konzertformen.
Schon der Auftakt mit dem treppenhausorchester zeigt, wie viel Bewegung im Konzert stecken kann: In Disco verwandeln die Musiker*innen nur mit akustischen Instrumenten die documenta-Halle in einen mitreißenden Bewegungsraum, bevor am folgenden Abend Terry Rileys Minimal-Music-Klassiker In C in der Weinkirche als berauschender musikalischer Prozess entsteht. Auch bei der Bootsfahrt in der UK14 wird Musik zur Bewegung: Der Studio Lev Cho:r Kassel sowie Bassklarinettist Sem Wendt verbinden Wasser, Strömung und Stimmen zu einem szenisch-musikalischen Erlebnis. Barocke Musik bezaubert in Lamento mirabile mit der Akademie für Alte Musik Berlin und der Sopranistin Roberta Mameli: Musik von Georg Friedrich Händel, Giovanni Battista Pergolesi und Giovanni Battista Ferrandini entfaltet ihre emotionale Kraft. In Monteverdi a solo widmen sich der Countertenor Raffaele Pe und sein Ensemble La Lira di Orfeo in der Alten Brüderkirche Liedern, geistlichen Werken und Opernszenen von Claudio Monteverdi. Das Vokalensemble The Present wiederum sucht in Erhöre uns in der Weinkirche einen musikalischen Kontakt zu Heinrich Schütz – und verbindet dessen Musik mit neuen Stücken der kalifornischen Komponistin Laura Steenberge.
Ein faszinierendes Oratorium aus dem Zeitalter Mozarts und Haydns, Isacco von der Komponistin Marianna Martines, bringt das Staatsorchester Kassel unter Ainārs Rubiķis gemeinsam mit renommierten Solist*innen und dem Heinrich-Schütz-Ensemble in die Martinskirche. Kammermusikalische Entdeckungen bietet Lachrymae mit Musikerinnen des hr-Sinfonieorchesters: Flöte, Bratsche und Harfe verbinden Werke von Dowland und Debussy mit Jolivet und Britten.
Zum Abschluss bringt das in Kassel beliebte Stegreif – The Improvising Symphony Orchestra mit freebruckner Anton Bruckners 7. Symphonie in Bewegung: auswendig, ohne Dirigat und mit großer körperlicher Präsenz entsteht eine genreübergreifende Rekomposition – zwischen Komposition und Improvisation, Orchester und Publikum. Musik, die in Bewegung bringt. Was bewegt dich?
>> 22. Oktober – 1. November 2026 | www.kasseler-musiktage.de