© Renate OIbrich
Sonnenaufgang | 2004
Zwischen dokumentarischer und inszenierter Fotografie, Malerei und Collage bewegt sich das kreative Spektrum Renate Olbrichs (Jg. 1941). Eine repräsentative Werkauswahl der in Krefeld lebenden Künstlerin zeigt das Museum Bad Arolsen in den Ausstellungsräumen im Schloss. Renate Olbrichs großformatige Handabzüge, mit der Technik der Farbsolarisation geschaffen, sind allesamt Unikate, welche sich durch intensive Farbigkeit und plastischen Formenreichtum auszeichnen. Inszeniert oder dokumentiert? – Diese Frage stellt sich mitunter. Ist die Künstlerin hinter der Kamera zufällig Zeuge geworden, oder hat Renate Olbrich als Regisseurin Hand angelegt beim Spiel des gefleckten Krötentrios, das scheinbar unbeirrt in immer neuen Konstellationen umeinander klettert und sogar ein Puppenstühlchen in Besitz nimmt?
Inszenierte Fotografie ist teils kaum als solche erkennbar: Pflanzen, die nur über Details identifizierbar sind; die Figur einer japanischen Geisha neben Tier-Präparaten, die in der Momentaufnahme höchst lebendig wirken. Durch Farbumkehrung erscheint ein lesendes Püppchen wie ein Wesen aus einer anderen Welt, eine Maske wie ein klagendes Gesicht – vertraute Formen, die durch unkonventionelle Kombination und Farbumkehrung an Wiedererkennungswert einbüßen und neue Deutungen herausfordern. Erweiterte Möglichkeiten erlauben die verspielten Plastiken der Künstlerin und ihre Collagen auf schwarzer Leinwand, in welchen fotografische Schnipsel auf spontane Malerei treffen. Anthropomorphe Gestalten, Tiere und Pflanzen aus eigenen Fotografien werden zueinander in Beziehung gesetzt: ein dynamisch-surrealer Reigen voller magischer Momente entfaltet sich.
›› Ausstellungslaufzeit: 14.03. – 17.05.2026 | www.museum-bad-arolsen.de