Jugendstil-Antependien der Kreuzkirche Kassel Bei den Vorbereitungen zum 100-jährigen Jubiläum der Kirchengemeinde Kreuzkirche 2006 kamen fünf extrem schöne und aufwendig gearbeitete Jugendstil-Antependien (Altarvorhänge) mit den dazugehörigen Vorhängen für die Kanzel zum Vorschein. Sie hatten lange Jahre unbeachtet in einem Schrank gelegen. Besonders ist an diesem Set auch das schwarze Antependium. Es besteht aus schwarzem Tuch mit viel Stickerei mit Silber- und Goldfäden. Alle zehn Antependien sind nicht nur künstlerisch wertvoll, sondern in ihnen spiegelt sich auch die Geschichte der Kreuzkirche und z. T. auch der Stadt Kassel wider. Was wir wissen: Diese Antependien wurden sehr wahrscheinlich zur Einweihung der ersten Kreuzkirche 1906 angeschafft. Wo und wie sie den Zweiten Weltkrieg überlebt haben, wissen wir nicht genau. Jemand hat sie wohl mitgenommen an einen sicheren Ort, denn sonst wären sie bei der Bombardierung Kassels am 22. Oktober 1943, bei der auch die Kreuzkirche stark beschädigt wurde, mit verbrannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie wieder verwendet, diesmal in einer Behelfskirche an der Ruine der Kreuzkirche. Als die neue Kreuzkirche 1958 eingeweiht wurde, wurden neue Antependien im Stil der Zeit besorgt. Die Jugendstil-Antependien verschwanden in einem Schrank, wo sie (rechtzeitig zu den Vorbereitungen für das 100-jährige Jubiläum) von Pfarrerin Ursel Wicke-Reuter entdeckt und zum Herzstück der Ausstellung wurden. Nach der Vernissage werden die Antependien noch einige Wochen zu sehen sein, so auch bei der Nacht der offenen Kirchen am 25.09.2026.