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Geschichte besteht nicht nur aus Ereignissen, sondern auch aus den Fragen, die sie bis heute aufwerfen. Das Dambusters Museum Germany hat es sich zur Aufgabe gemacht, Erinnerung lebendig zu halten und als Brücke zwischen den Generationen zu wirken. Dabei geht es nicht allein um spektakuläre militärische Operationen oder historische Wendepunkte, sondern auch um die Ursachen, Folgen und Lehren, die sich daraus ergeben. In ihrer aktuellen Ausstellung widmen sich die Verantwortlichen einem der bekanntesten und zugleich umstrittensten Ereignisse des 20. Jahrhunderts: dem Attentat auf US-Präsident John F. Kennedy am 22. November 1963. Nach mehr als elf Jahren Recherche präsentieren die Ausstellungsmacher ihre Erkenntnisse und laden die Besucherinnen und Besucher ein, sich anhand von Dokumenten, Fotos und Zeugenaussagen ein eigenes Urteil zu bilden. Wir haben mit ihnen über ihre Arbeit und das besondere Konzept der Ausstellung gesprochen.
Wie lange habt ihr recherchiert an diesem Thema ?
11 Jahre , 3 Monate und 1 Woche genau: seit dem 01.02.2015.
Das ist lange. Welchen Schwerpunkt habt ihr bei euren Ermittlungen gelegt?
Wir haben uns ausschließlich auf die Fotos und Filmaufnahmen des Tatortes sowie auf die Aussagen der Augenzeugen konzentriert. Dazu auf die Protokolle der Ermittlungsbehörden und Fachleute, soweit sie nicht „verschwunden“ waren. Zusätzlich bekamen wir Zugriff auf einige interne Unterlagen der CIA, die nach Umsetzung der Maßnahmen eigentlich vernichtet werden sollten. Das geschah zum Glück aber nicht.
Es gibt die offizielle Darstellung des Alleintäters Oswald, die ja bis heute umstritten ist.
Ja, das zu Recht, zu viele Fakten sprechen eher für eine andere Variante dieses Attentates. Was ja auch die Mehrheitsmeinung in den USA und Europa bis heute ist. Die Menschen waren nicht bereit, sich etwas vorsetzen zu lassen.
Was habt ihr herausgefunden in den elf Jahren?
Wir haben insgesamt 31 Punkte herausgefunden, die weder schlüssig noch glaubhaft sind. Davon zwei, die beweisen, dass Lee Harvey Oswald offensichtlich keine Waffe abgeschossen hat. Der US-Kongress musste nach seiner (nunmehr zweiten) Untersuchung des Falles – die erste hatte ja die Warren-Kommission bis 1964 durchgeführt – feststellen: „... dass es offensichtlich eine vierte Kugel gegeben hat.“
Alle 31 Punkte sind nicht schlüssig und widersprechen klar der offiziellen Version, es habe sich um einen Täter gehandelt, der von hinten aus dem Texas-Schulbuchgebäude gefeuert haben soll. Wir werden etwas sehr Spannendes tun: DAS PUBLIKUM soll die Funktion der Geschworenen übernehmen und die Fragen zu den Punkten bewerten und darüber urteilen, ob der Inhalt schlüssig ist oder nicht. Denn alle Bürger, die dort hinkommen, haben eine jahrzehntelange Krimi-Erfahrung und wissen sehr genau, nach welchem Muster solche Fälle immer ermittelt werden. Nach diesem Urteil können wir uns alle gut richten. Denn da urteilt der logische Menschenverstand und die Lebenserfahrung. Es wird sich also lohnen, diese Ausstellung zu besuchen, denn sie wird spannender sein als jeder Tatort-Film, weil es ein Fall aus dem realen Leben ist.
>> JOHN F. KENNEDY – 22. November 1963 – die Ausstellung | 16.10 – 01.11.2026 | Brauhaus zum Rammelsberg | ÖFZ: Mo geschlossen | Di – Sa 18.00 – 22.00 | So 12.00 - 20.00 | www.ausstellung-jfk.de