FSK 12
Start: 30.4. (94 Min.), Österreich/Deutschland 2026, mit Sandra Hüller, Caro Braun, Marisa Growaldt, Godehard Giese, Maria Dragus, Robert Gwisdek
Im 17. Jahrhundert, irgendwo in Deutschland: Kurz nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs taucht ein unbekannter Soldat (Sandra Hüller) in einem abgelegenen protestantischen Dorf auf, behauptet, Erbe eines seit langem verlassenen Gutshofs zu sein. An der Echtheit des von ihm als Beweis vorgelegten Dokuments ist nicht zu rütteln. Gleichwohl überwiegt bei den Dörflern Skepsis, ob der Neuankömmling das Anwesen auf Vordermann bringen kann. Dies gelingt zwar, doch um endgültig akzeptiert zu werden, muss eine Ehefrau für den Gutsherrn her – und ein Kind. Problematisch, da „er“ in Wahrheit Rose heißt und eine Frau ist. Die Heirat mit der Tochter (Caro Braun) des örtlichen Großbauern (Godehard Giese) lässt sich dennoch bewerkstelligen – bis ein Unfall Roses Geheimnis ans Licht bringt … Die gekonnt komponierten Schwarz-Weiß-Bilder, der altertümlich anmutende Ton der Erzählerin im Off und die Besetzung vor allem der Hauptrolle mit der für ihre Leistung mit dem Schauspielerpreis bei der diesjährigen Berlinale geehrten Sandra Hüller entfachen einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Markus Schleinzers Film verhandelt universelle Fragen nach Geschlechtsidentität, Geschlechtergerechtigkeit und dem Preis, den jemand zahlen muss, um unter widrigen Umständen ein selbstbestimmtes Leben zu führen.