Amerikanische Reality-TV-Formate kennen zuweilen keine Gnade. „To Catch a Predator“ hieß eine Show, die zwischen den Jahren 2004 und 2007 über den Sender NBC in die Wohnstuben gelangte. In insgesamt 20 Episoden lockte man pädophile Männer in inszenierte Situationen, wo minderjährige Lockvögel die ahnungslosen Opfer über Online-Chats in ein inszeniertes Zuhause einluden. Dabei wurden die Männer heimlich beobachtet, mit versteckter Kamera gefilmt und schließlich der Polizei übergeben. Robert Pattinson spielt in „Primetime“ den Moderator der Show, Chris Hansen, dem nichts zu extrem war, um die Einschaltquoten nach oben zu treiben. Dann kam der Tag, an dem eines der ‚menschlichen Raubtiere‘ vor laufenden Kameras sich selbst erschoss, als die Polizei und ein Kamerateam in das Haus des Täters eindrangen. Während die Show damit TV-Geschichte schrieb, war das auch das Ende derselben. Die Sensationslust hatte gesiegt, die Moral jedoch versagt. Regisseur Lance Oppenheim verpackt die Ereignisse als Psycho-Thriller, der Unruhe und Verstörung provoziert – auf beiden Seiten des Gesetzes.
>> Start: 24.9. (107 Min.), USA 2026, mit Robert Pattinson, Merritt Wever, Skyler Gisondo, Phoebe Bridgers, Matthew Maher, Anna Faris