Nach Jahren der Abwesenheit kehrt Hein (Paul Boche) vom Festland auf jene Insel in der Nordsee zurück, wo er einst aufwuchs. Doch die Rückkehr gerät sowohl für Hein als auch für die rund zwei Dutzend Bewohner:innen des Eilands zu einer befremdlichen Begegnung. Niemand aus Heins Vergangenheit erkennt ihn als die Person, die er war, als er fortging. Aufgrund des massiven Misstrauens dem Neuankömmling gegenüber formiert die kleine Gemeinde ein Gericht und einen Prozess, in dessen Verlauf die Identität des jungen Mannes festgestellt werden soll. Die Aussagen von Heins bestem Jugendfreund Friedemann (Philip Froissant) und der vermeintlichen Jugendliebe Greta (Emilia Schüle) spielen dabei eine ganz besondere Rolle. Am letzten Tag der Verhandlung kommt es zum Eklat – und zu einer Entscheidung, bei der alle Beteiligten sich konsequent der Lüge oder der Wahrheit opfern müssen … Kai Stänickes Langfilmdebüt, das auf den friesischen Inseln Sylt und Norderney entstanden, jedoch keinem expliziten Ort zugeordnet ist, deutet mit historischen Kostümen und einem asketischen Szenenbild, in dem Hütten und der Gerichtssaal, den Kulissen einer Open-Air-Inszenierung gleich, nur vage einen Zeitrahmen an. Das mikrokosmische und absolut großartige Ensemble spielt mit Bravour, während das Verlangen des Helden des Films nach „frischer Luft“ die zunehmend dramatische Handlung ein wenig wie ein Running Gag begleitet.
>> Start: 27.8. (122 Min.), Deutschland 2026, mit Paul Boche, Philip Froissant, Emilia Schüle, Stephanie Amarell, Jeanette Hain, Julinka Jenkins