© Mayra Wallraff
Zwischen nostalgischem Wirtschaftswunder und moderner Wohnungsnot nimmt das Performance-Kollektiv hannsjana die politische DNA des Einfamilienhauses im TiF unter die Lupe. Das Einfamilienhaus erscheint uns heute als natürliche Wohnform, ist aber eigentlich eine konservative Idee aus den 1950er Jahren: Als Teil von Konrad Adenauers innenpolitischem Versuch, die BRD als Bollwerk gegen den Kommunismus aufzustellen, wurden die gesetzlichen Grundlagen für den Bauboom von Einfamilienhäusern geschaffen. Deren Architektur prägt bis heute, wie wir unser Leben in Gemeinschaft organisieren. Einfamilienhäuser haben den Speckgürtel außerhalb des urbanen Zentrums geformt, die Deutschen zu einer Autonation gemacht und zum Wirtschaftswunder der 1960er Jahre beigetragen. Das Künstler:innen-Kollektiv hannsjana fragt mit viel Witz und Musik nach alternativen Lebensformen und entdeckt dabei das subversive Potenzial der Hausfrau neu. Laura Besch, Jule Gorke, Lotte Schüßler, Katharina Siemann und Marie Weich erarbeiten seit 2011 gemeinsam Performances, Audiowalks und performative Vermittlungsformate.
>> Nächste Termine: 18., 19., 26. und 28. Juni | TiF - Theater im Fridericianum | www.staatstheater-kassel.de