© TIC– Theater im Centrum
Juliane Wetzel und Fabian Joel Walter leiten seit dem Jahresstart gemeinschaftlich das Theater im Centrum – kurz tic. Beim tic zeichnete sich der gebürtige Darmstädter Fabian Joel Walter bereits für „Over The Top“, „Café Harmonie“ und „Komm, wir finden einen Schatz“ als Regisseur verantwortlich und stand 2024 bei „Die Drei von der Tankstelle“ selbst mit auf der Bühne.
Die Kasselänerin Juliane Wetzel arbeitet bereits seit 2013 im tic und kennt das Haus in all seinen Facetten. Bereits im Gründungsjahr 2003 stand Juliane, unter der Leitung der tic-Mitgründerin Loreen Fajgel, als Glühwürmchen bei einem Ballettauftritt auf der tic-Bühne. Viele weitere Auftritte folgten. Die enge Verbundenheit zum tic wurde daher schon in Kindertagen manifestiert und führt sich bis heute fort.
Wir haben die beiden Theaterenthusiasten zum Interview eingeladen, um mit ihnen über die ersten Monate, die aktuellen Produktionen und alltägliche Arbeit zu sprechen.
Seit Jahresbeginn seid ihr das neue Leitungsteam? Ein kurzer Rückblick …
Fabian Joel Walter: Seit Amtsantritt waren wir sehr fleißig und haben gleich drei Neuproduktionen auf die Bühne gebracht – „Night of the 80, s“, „Dogs“ und „Im Kreis der Exen“. Letzteres war zudem noch mein erstes Stück, bei dem ich mich auch noch als Autor verantwortlich zeichnete. Darüber hinaus wurde die gefeierte Produktion „Sisters Action“ wieder aufgenommen.
Juliane Wetzel: Wir freuen uns sehr, dass wir weiterhin eine sehr hohe Auslastungsquote haben und sich alle Stücke großer Beliebtheit erfreut haben.
Was werdet ihr nie vergessen?
Fabian Joel Walter: Die erste 80er-Show; als die Zuschauer angefangen haben, nicht nur mitzusingen, sondern auch noch ab Beginn der zweiten Hälfte angefangen haben, auf dem Gang zu tanzen.
Juliane Wetzel: Da es unsere erste ganz eigene Produktion war, bedeutete uns die Begeisterung des Publikums besonders viel.
Tanja Krauth und Michael Faigel haben euch in der Übergangszeit unterstützt und die beiden sind die Autoren der ersten und sehr erfolgreichen Produktion „Dogs – Hunde, die singen, beißen nicht“. Wie wichtig ist diese Unterstützung?
Fabian Joel Walter: Tanja und Michael haben großes Vertrauen in uns und unsere Arbeit. Daher ließen sie uns schalten und walten. Doch waren und sind sie immer für uns da, wenn Fragen aufkommen.
Juliane Wetzel: Die Unterstützung ist für uns von großer Bedeutung und lässt uns auch entspannter an die vielen neuen Aufgaben gehen.
Juliane ist verantwortlich für den organisatorischen Bereich, Fabian für den künstlerischen. Gibt es trotzdem Schnittstellen?
Fabian Joel Walter: Wir binden uns gegenseitig in unsere Prozesse ein, beispielsweise prüfe ich Verträge, die Juliane geschrieben hat, andersrum stelle ich Juliane meine Stückideen vor und bitte sie um ihr Urteil. Da Juliane den direkten Kontakt zu unseren Gästen hat, ist ihre Einschätzung, was diese sehen wollen, manchmal auch maßgebend für die gestalterischen Entscheidungen. Keine größere Entscheidung wird allein getroffen, was bisher sehr gut funktioniert.
Blicken wir auf euer Programm im Herbst. Auf was können sich eure Gäste freuen?
Fabian Joel Walter: Ab September kehren unsere Lieblings-„Dogs“ zurück auf die tic-Bühne, ebenso unsere allseits beliebte 80er-Show. Ab Oktober kommt „Feuer und Flamme“, ein Stück über die Freiwillige Feuerwehr. Anfang 2027 erwartet unser Publikum „Waschbäralarm am Herkules“, eine schrille Mediensatire.
Juliane Wetzel: Zusätzlich gibt es bereits bekannte, aber auch ein paar neue Gastspiele auf dem Spielplan.
Gibt es wieder eine Weihnachtsshow?
Fabian Joel Walter: Wir freuen uns sehr, dieses Jahr die große Elvis-Weihnachtsshow präsentieren zu können.
Juliane Wetzel: Sie wird ab dem 28. November 2025 zwölf Mal zu sehen sein.
Und für die kleinen Gäste?
Fabian Joel Walter: Unsere jungen Zuschauer können sich ab 15. November 2025 auf „Pettersson kriegt Weihnachtsbesuch“ freuen.
Juliane Wetzel: Es wird auch wieder zahlreiche Vorführungen für Schulen und Kindergärten geben.
Was beschäftigt euch aktuell?
Juliane Wetzel: In der Sommerpause haben wir gemeinsam mit unserer neuen Vermieterin die Gästetoiletten saniert. Durch den Tausch der Herren- und der Damentoilette und die Verkleinerung der Künstler*innengarderobe konnten wir die Kabinen etwas vergrößern und eine weitere Damentoilette ergänzen. Wir freuen uns sehr über das Ergebnis und hoffen, vor allem in der Pause, nun weniger Zeitstress durch die Toilettenschlange zu haben. In Zukunft planen wir für jede Sommerpause größere und kleinere Projekte, um das Theater zu modernisieren und optimieren.
Wie dürfen wir uns einen normalen Arbeitsalltag vorstellen?
Fabian Joel Walter: Normal gibt es im künstlerischen Bereich selten. Doch gibt es Arbeitsphasen. Momentan befinde ich mich in der Vorbereitungs- und Schreibphase. Während dieser schreibe ich Stücke und bereite mit den Gewerken die anstehenden Inszenierungen vor. Nach der Vorbereitung folgt ab September die Inszenierungszeit. Diese Phase wird zur Premiere hin immer intensiver. Die Endprobenwoche (mit Endund Korrektur- sowie Beleuchtungsproben) lässt eigentlich keine zeitlichen Freiräume zu. Ein Tag kann dann gerne mal 18-20 Stunden dauern.
Juliane Wetzel: Auch für mich gibt es keinen normalen Ablauf. Durch die Vielzahl an Gewerken und Menschen, die mit dem Theater verbunden sind, bin ich fast rund um die Uhr erreichbar. Circa 40 % meiner Arbeitszeit wird durch Telefonate, E-Mails und Textnachrichten gefüllt. Es gibt Wochen, da ist weniger los, und es gibt Wochen (wie beispielsweise kurz vor einer Premiere), da weiß man nicht, wo einem der Kopf steht.
Was bedeutet Glück für euch?
Volle Bude und im Anschluss glückliche Gesichter, bei Publikum und Personal.
Wir bedanken uns ganz herzlich für eure Zeit, wünschen euch und eurem Team weiterhin eine so grandiose Energie und freuen uns auf unser Wiedersehen bei der nächsten Premiere von „Feuer und Flamme – Gelöscht wird später“.
Alle Stücke der zweiten Spielzeit im Überblick
- Los geht es am 5. September 2025 mit der Wiederaufnahme von „Dogs – Hunde, die singen, beißen nicht“, ein Stück aus der Feder von Michael Fajgel und Tanja Krauth. Es erzählt die Geschichte von fünf Hunden, die im Tierheim in einer Art Rudel-WG-Zimmer untergebracht sind.
- Parallel dazu wird an den Donnerstagen wieder die beliebte Show „Night of the 80’s“ gespielt Dieser Konzertabend voller legendärer Hits der 80er Jahre wird euch von stets bekannten Gesichtern des tic präsentiert. Die Show steht im Laufe des Jahres immer wieder auf dem Spielplan, also haltet die Augen offen.
- Ab dem 17. Oktober 2025 dürfen wir uns auf die Premiere von „Feuer und Flamme – Gelöscht wird später“ freuen. Eine urkomische und überraschend heldenhafte Komödie über die Freiwillige Feuerwehr. Ein Musical, wo garantiert die Funken sprühen!
- Für die schönste Zeit des Jahres wird eine brandneue Weihnachtsshow entwickelt. Am 28. November 2025 hat „One Night like Christmas“ Premiere. Lasst euch mit Live-Musik und Elvis-Feeling so richtig in Weihnachtsstimmung versetzen.
- Auch für unsere kleinen Gäste ist wieder ein schönes Stück zur Weihnachtszeit geplant. Ab dem 15. November 2025 ist „Pettersson kriegt Weihnachtsbesuch“ zu sehen. Juliane Wetzel, Fabian Joel Walter und das ganze Team freuen sich auch dieses Jahr wieder über den Besuch zahlreicher Kinder, Schulklassen und Kindergärten.
- Zu Gast sind außerdem Christina Lux und Oliver George am 23. Oktober 2025 und Lilli mit ihrem Programm „Schwester Lilli – Lachen auf Rezept!“ am 5. und 6. November 2025.