© Lars Gerhardts
Manche Wahrzeichen liegen am anderen Ende der Welt. Andere erreicht man in einer knappen Stunde mit dem ICE – oder ganz entspannt in 1,5 Stunden mit dem Auto. Für viele Kasseler ist Hannover deshalb längst mehr als die Landeshauptstadt Niedersachsens: Es ist das nahe liegende Ziel für einen Tag oder ein Wochenende voller Kultur, Genuss und grüner Weite.
Die Herrenhäuser Gärten sind kein Geheimtipp. Und doch fühlen sie sich immer wieder wie eine Entdeckung an. Barocke Symmetrie, kunstvoll angelegte Beete, Wasserspiele und jahrhundertealte Bäume schaffen eine atemberaubende Kulisse. Im Sommer verwandelt sich der Große Garten in eine Bühne – für den Internationalen Feuerwerkswettbewerb und stimmungsvolle Veranstaltungen unter freiem Himmel.
Wer dann durch die Herrenhäuser Allee in Richtung Innenstadt schlendert, spürt schnell: Hannover kann große Inszenierung. Und ebenso leise Momente. Die Stadt vereint Kulturstadt, Gartenstadt und Musikstadt mit einer angenehmen Selbstverständlichkeit. Renommierte Museen, vielfältige Festivals, hochkarätige Konzerte und internationale Messen – vieles geschieht hier ohne großes Tamtam, aber mit Qualität und Haltung.
Vielleicht ist genau das die Besonderheit. Hannover muss sich nicht ständig neu erfinden. Die Stadt darf sich zeigen – mit gewachsener Substanz, mit Gelassenheit und mit einem Angebot, das überrascht, ohne laut zu sein. Manchmal muss man für ein Wahrzeichen um die halbe Welt reisen. Manchmal steht es einfach im Garten.